Ideomotorische Fingersignale

1994 habe ich Linda Joy Hill, Hypnosetherapeutin aus Louisville (Kentucky), bei einem Europa-Urlaub begleitet. Sie hat bei David B. Cheek gelernt und brachte mir dessen Buch „Mind-Body Therapy: Methods of Ideodynamic Healing in Hypnosis“ mit. Die dort beschriebene Arbeit mit ideomotorischen Signalen fand ich damals schon faszinierend, als ich selber mit der praktischen Ausübung von Hypnose noch gar nichts zu tun hatte.
Aktuell begegnen mir die ideomotorischen Methoden wieder in der Literatur von Agnes Kaiser-Rekkas, die ebenfalls bei David Cheek gelernt hat.

Ideomotorisches Signalisieren mit den Fingern bedeutet, dass in der Trance ein einfaches Signal-System mit dem Unterbewusstsein des Klienten vereinbart wird. Es werden verschiedene Finger einer Hand ausgesucht für die Antworten „Ja“ und „Nein“. Es macht die Antworten verlässlicher, wenn man zusätzlich einen Finger für „Ich weiß nicht“ bzw. „Ich will nicht antworten“ vereinbart. Agnes Kaiser-Rekkas Beitrag ist die Idee, noch einen Finger einzuführen, der „Es ist etwas Neues geschehen“ signalisiert.
Mit Hilfe entsprechender Fragen ist es so möglich, mit dem Unterbewusstsein zu kommunizieren und z.B. die Hintergründe von Beschwerden und Problemen der Klienten zu erforschen.
Es kann hilfreich sein, diese Hintergründe ins Bewusstsein zu holen. Es ist aber sogar auch möglich, eine komplett unbewusste Lösung des Problems anzustoßen.

Inzwischen arbeite ich liebend gerne auf diese Weise, aus verschiedenen Gründen:
Es ist immer wieder faszinierend zu sehen:

  • wie Klienten in der Lage sind, die Steuerung ihrer Finger zum Zweck dieser Kommunikation komplett ihrem Unterbewusstsein zu überlassen.
  • wie die Finger antworten, in der typischen ideomotorischen Art von Bewegungen, die sich von bewusst gesteuerten Bewegungen unterscheidet.
  • wie diese Antworten fast schon regelmäßig etwas anderes zeigen als was man vorher bewusst vermutet hat.

Gleichzeitig ist diese Art zu arbeiten auch für die Klienten faszinierend und sehr überzeugend, da sie direkt erleben, wie sich die Finger ohne ihr bewusstes Zutun bewegen und dabei sinnvolle Antworten geben.

Ideomotorische Arbeit ist für beide Seiten eine sehr entlastende Art der Arbeit. Bei kaum einer anderen Technik wird so deutlich, dass die Lösung einzig und allein im Klienten entsteht.
Eine eventuelle emotionale Belastung wird auf ein Minimum reduziert. Sogar verdeckte Arbeit ist gut möglich, bei der der Therapeut gar keine Einzelheiten über das bearbeitete Thema erfahre.

Nicht zuletzt ist es für mich als Hypnotiseur befriedigend, so ein interaktives Format anbieten zu können, das einen deutlichen Mehrwert z.B. gegenüber Hypnose-CDs liefert.
Und last but not least ist der entscheidenste Punkt dabei, dass es wirklich funktioniert, Probleme auf diese Art aufzulösen!

Eigenwerbung
Ideomotorischen Signale und entsprechende Fragenkataloge sind Thema in meinem Seminar Hypnose Hands-On Ideomotorik

Ideomotorische Fingersignale
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