Und wenn keine Fingersignale kommen?

(wie immer sind Einzelheiten der Fallbeispiele natürlich verfremdet)
Ich hatte einen Klienten, mit dem zwar das Format „Sammeln und Loslassen“ mit ideomotorischem Drehen der Hände sehr gut funktionierte, aber es kamen einfach keine Fingersignale.
Da sind wir zunächst auf die Methode von Dr. Yager („Subliminal Therapy“) ausgewichen: eine Tafel zu imaginieren, auf die das Unterbewusstsein etwas schreiben kann, z.B. „ja“, „nein“ oder „fertig“ (für den Abschluss bestimmter Prozess-Anweisungen). Es war spannend zu beobachten, wie der Klient zeitweise minutenlang still an der Ausführung solcher Prozess-Anweisungen arbeitete, um dann sein „fertig“ zu verkünden. Die innere Arbeit war dabei für mich auch gut an den Bewegungen der geschlossenen Augen erkennbar.
Letztendlich kamen wir darauf, dass sogar die imaginierte Tafel überflüssig war: Dieser Klient hatte einfach ein verlässliches inneres Wissen über die Antworten seines Unterbewusstseins oder darüber, wann seine inneren Prozesse abgeschlossen waren und konnte das dann entsprechend mitteilen.

Und es müssen ja nicht immer Fingersignale sein. Götz Renartz arbeitet z.B. vielfach mit ideomotorischen Bewegungen der ganzen Arme.

Und es muss nicht immer ideomotorisch sein. Es gibt auch ideosensorische Signale: dass bestimmte innere Gefühle oder Bilder für die Antworten „ja“ oder „nein“ stehen. Das kann man dann halt nur nicht so schön von außen beobachten.

Das Ausbleiben von Signalen kann aber auch bedeuten, dass das Unterbewusstsein nicht zur Zusammenarbeit bereit ist.
Die allererste Frage bei jeglicher solcher Arbeit ist deshalb immer, ob das Unterbewusstsein überhaupt zur Zusammenarbeit am vorher besprochenen Thema bereit ist.
Darauf habe ich auch durchaus schon mal ein „nein“ bekommen.
Und dann ein „ja“ auf die Folgefrage, ob vielleicht zuerst ein anderes Thema ansteht.
„Ist es okay, wenn das Bewusstsein erfährt, um was es da geht?“ – Fingersignal „ja“
„gut, liebes Unterbewusstsein von …, dann lass diesen Arm wie von selbst nach oben schweben, zum Gesicht hin … und spätestens wenn die Hand die Stirn berührt, wird dem Bewusstsein von … klar, worum es zunächst einmal gehen soll.“
Ein paar Sekunden später war die Hand vor der Stirn und dem Klienten wurde von seinem Unterbewusstsein ein Stichwort präsentiert, worum es zunächst mal gehen sollte.
Und darum ging es dann auch in jener Sitzung. Aber erst, nachdem ich mich zuerst begeistert bei seinem Unterbewusstsein bedankt hatte, für diese wunderbare Kooperation.

Übrigens ist so eine Arbeit mit der Unterscheidung zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein auch immer eine gute Gelegenheit zum „analogen Markieren“: indem man mit dem Unterbewusstsein in Richtung Bauch oder Hand (auf die man sich ja eh konzentrieren muss) des Klienten spricht; und wenn man mit dem Bewusstsein spricht, dann in Richtung Gesicht des Klienten.
Aber das wäre Stoff für einen weiteren Artikel …

Und wenn keine Fingersignale kommen?
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