Buchbesprechung – Calvin D. Banyan, Gerald F. Kein: Hypnosis and Hypnotherapy

Zentraler Bestandteil dieses Buches ist das hypnotische Format Regression to Cause – ursachenorientierte Hypnose. Im verlinkten Artikel beschreibe ich, warum ich nicht mehr auf diese Weise arbeite. Wer aber so arbeiten möchte, findet hier eine solide Grundlage für Regressionsarbeit in der Tradition von Dave Elman und Gerald Kein.
Es handelt sich aber hier auch um ein sehr wertvolles Buch für jeden Hypnotiseur, weil es viele Einzelheiten der therapeutischen Arbeit bis hin zur Praxisführung beleuchtet.
Calvin Banyan präsentiert seine Abwandlung der Elman-Induktion, indem er nicht von 100 runter zählen lässt, sondern von 1 aufwärts. Ich finde das auch sinnvoll, weil auf die Art niemand auf die Idee kommt, er müsste bis 1 „fertig“ zählen. Wenn man bei 1 anfängt ist klar, dass man das endlos fortführen könnte – und insofern, dass es so nicht gemeint ist.
Weiterhin verbindet Banyan die Induktion mit einem sehr nützlichen verdeckten Test der Hypnose-Tiefe. Verdeckt bedeutet, dass ich als Hypnotiseur auf ausreichende Hypnose-Tiefe testen kann, ohne dass der Klient es als Test erkennt. Wird der Test nicht bestanden, kann man einfach weiter vertiefen, ohne dass der Klient das Gefühl bekommt, in irgendeiner Weise versagt zu haben.
Ein weiterer nützlicher Tipp, den ich selbst gerne nutze, ist die „posthypnotische Induktion“: In einer der ersten Sitzungen in der Trance ein kurzes Ritual zu vereinbaren, mit dem der Klient sich in den Folgesitzungen schnell selbst in Trance versetzen kann. Natürlich kann man auch mit Blitzinduktionen arbeiten, aber die posthypnotische Induktion vermittelt dem Klienten viel mehr Selbstwirksamkeit, eigenständig in Trance zu gehen, als wenn die Trance mit Blitz-Methoden induziert wird.
Neben der Induktion werden verschiedene Vertiefungstechniken besprochen und nicht zuletzt die Ausleitung.
Hilfreich ist auch der Hinweis, dass der Klient bei oder nach der Ausleitung oft noch sehr suggestibel ist, wenn er sich „in Sicherheit wiegt“, weil die Hypnose ja vorbei ist.

Beispiele für Abschnitte mit kleinen feinen Tricks und Hinweisen:
9. If you plan to use the word „sleep“, during the session, explain that you do not mean to sleep like when she is asleep at night.
30. Always have your client go to the bathroom before the session, to prevent unnecessary interruption.
59. Use the words „as if“ to make some suggestions easier to accept.
63. Watch your client’s feet when doing a hypnotic induction or deepening technique – they are hypnometers!

Buchbesprechung – Calvin D. Banyan, Gerald F. Kein: Hypnosis and Hypnotherapy