Buchbesprechung – Edwin Yager: Subliminal Therapy

Als ich zum ersten Mal von Subliminal Therapy (ST) gehört habe, war ich skeptisch bis ablehnend. Bei näherer Beschäftigung damit habe ich allerdings gemerkt, dass das zunächst nur an einer unglücklichen Namenswahl lag: Das Wort „Subliminal“ erinnert halt an das Geschäft mit Tonträgern mit unterschwelligen (subliminalen) Botschaften zu verschiedenen Selbsthilfezwecken; oder man assoziiert Experimente mit unterschwelligen Werbebotschaften. Die Wirkung solcher Botschaften darf zumindest bezweifelt werden, das Geschäft damit erscheint mir eher dubios.
Ich denke, darauf ist es auch zurückzuführen, dass das im Buch beschriebene Verfahren inzwischen unter anderen Namen bekannt gemacht wird, wie z.B. „Yager Code“ oder „Yager Therapie“.

Bei dem besprochenen Buch handelt es sich ausdrücklich um ein „How to“ Buch, in dem die Methode ausführlich und konkret beschrieben wird, so dass man praktisch damit arbeiten kann. Das Vorgehen selbst ist sehr logisch und strukturiert. Im Anhang finden sich sogar Flussdiagramme für ein standardmäßiges Vorgehen, das in einem Großteil der Fälle ausreicht.

ST kann bei einer breiten Palette von Störungen eingesetzt werden, bei psychischen Störungen oder zur Behandlung psychischer Faktoren bei körperlichen Krankheiten. Es ist trotzdem kein Allheilmittel und der Autor führt auch auf, unter welchen Umständen die Behandlung nicht funktioniert.

Es handelt sich um eine Arbeit mit inneren Anteilen, bei der allerdings auf eine Art „Überbewusstsein“ oder eine „höhere Instanz“ zurückgegriffen wird, die „Zentrum“ genannt wird. Es ist dabei von vornherein klar, dass die eigentliche Arbeit am Thema im Inneren des Klienten selber passiert. Die Rolle des Therapeuten besteht darin, „Zentrum“ zu dem ST Prozess anzuleiten. Damit ist sogar verdecktes Arbeiten möglich, d.h. dass der Therapeut gar nicht unbedingt erfahren muss, worum es gerade inhaltlich geht. Auf der anderen Seite kann die Arbeit mit „Zentrum“ Probleme unter Umständen komplett unbewusst auflösen, was sicherlich schonender ist als z.B. eine typische Regressions-Arbeit. Normalerweise wird schon angestrebt, dass dem Klienten auch bewusst wird, was „Zentrum“ wie mit welchen inneren Anteilen gearbeitet hat, aber zwingend notwendig ist das nicht.

Das Buch stellt die Methode ausführlich dar, u.a. mit sage und schreibe 17 Fallbeispielen mit wörtlich wiedergegebenen Sitzungen und Kommentaren. Für meinen Geschmack sind es manchmal zu viele Wiederholungen, wenn z.B. erst die Vorannahmen von ST erläutert werden, dann noch einmal, wie man diese den Klienten erklärt und das Ganze dann auch noch einmal bei den Fallbeispielen kommt. Die Fallbeispiele zeigen dabei aber vor allem nicht nur den standardmässigen Ablauf, sondern auch kreative Abweichungen davon. Dabei ist sich der Autor auch nicht zu schade, mal selbstkritisch mit sich und seinen Formulierungen ins Gericht zu gehen. Ein weiteres Kapitel widmet sich den verschiedenen Schwierigkeiten, die in dem Prozess auftreten können.

Es sind insbesondere oft Hypnosetherapeuten, die sich mit ST befassen — dabei ist eine formale Hypnose für das Format gar nicht unbedingt erforderlich.

Nicht zuletzt führt Dr. Yager auch Forschungsergebnisse aus seiner eigenen Arbeit an — für mich persönlich ist aber viel entscheidender, dass ich auch selber schon positive Erfahrungen mit dieser Methode gesammelt habe.

Buchbesprechung – Edwin Yager: Subliminal Therapy
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