Buchbesprechung – Agnes Kaiser Rekkas: Der Bär fängt wieder Lachse

(Untertitel: „Ideomotorische Arbeit in klinischer Hypnose und Hypnotherapie“)
Agnes Kaiser Rekkas war Schülerin von David Cheek, einem der Urheber der Technik mit ideomotorischen Fingersignalen. So bekommen ideomotorische Techniken immer wieder Raum in ihren Büchern und hier ist nun ein ganzes Buch dem Thema „Ideomotorische Arbeit in klinischer Hypnose und Hypnotherapie“ gewidmet. Schon in der Einleitung ist die Faszination der Autorin mit diesen Arbeitsweisen spürbar, die es erlauben, auch schwerste Symptome mit spielerischer Leichtigkeit anzugehen. Das vorliegende Buch beschäftigt sich aber nicht nur mit den Fingersignalen, sondern zeigt auch unterstützende Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Spielarten der Ideomotorik in verschiedenen Phasen einer Hypnose, begonnen schon bei der Induktion.
Im 1. Kapitel werden die vielen Vorteile der ideomotorischen Arbeit aufgezählt und einige grundlegende Strategien erläutert. Dazu gehört die Kopplung einfacher ideomotorischer Bewegungen an bestimmte therapeutische Ziele, z.B. mit einer Handlevitation oder mit Drehen der Hände bis hin zur Installation differenzierter Fingersignale, in mehreren Varianten. Es wird gleich ein ganzes Fragesystem zur „Inbetriebnahme des unbewussten Systems“ aufgeführt. Dieses wird komplettiert durch Unterkapitel zum Umgang mit „Nein“-Antworten, zum Umgang mit Hindernissen im Prozess bis hin zu den Fällen, in denen keine Fingersignale kommen (sie sind selten, aber es gibt sie). Ein Unterkapitel zu den Grenzen der Ideomotorik darf nicht fehlen.
Das 2. Kapitel bringt eine Reihe kleiner Beispiele, wie Ideomotorik zur Unterstützung von Suggestionen eingesetzt werden kann.
Das 3. Kapitel „Ideomotorik Standards“ teilt sich auf in Interventionen mit einfacher Ideomotorik (z.B. Handlevitation) und Interventionen mit differenzierter Ideomotorik (z.B. Fingersignale) mit jeweils Anleitungen für hypnotische „Standards“ mit Unterstützung durch Ideomotorik bis hin zum „Diagnostischen Fragenkatalog“, der die möglichen Hintergründe psychischer Probleme „abklappert“ und dem entsprechende Interventionen folgen können. Dazu gehören z.B. der „Sichere Ort“, „Sammeln und Loslassen“ über die Arbeit mit inneren Anteilen („Symptomträger“) bis hin zur Entlastung von traumatischen Ereignissen. Außerdem werden noch ein paar Formate zur Arbeit mit körperlichen Beschwerden skizziert.
Das umfangreiche 4. Kapitel, „Ideomotorik in der Praxis“ unterfüttert anschließend die beschriebenen Interventionen mit Fallbeispielen aus der Praxis zu den verschiedensten Themen.
Abgerundet wird das Buch mit Kapiteln über „Selbsttherapie per Ideomotorik“ mit ein paar Fallbeispielen, über „Metaphern, Allegorien, Fantasiereisen und Wortspiele“ mit ein paar Fantasiereisen-Texten und schließlich im letzten Kapitel mit einem Thema, das eher zu selten Beachtung findet: über die Selbstfürsorge von Therapeuten.

Eigenwerbung
Ich teile die Faszination der Autorin für ideomotorische Arbeitsweisen und ihren Wunsch, diese weiter zu verbreiten. Mein Beitrag dazu ist das Seminar Hypnose Hands-On Ideomotorik über die Arbeit mit Ideomotorik, mit Fingersignalen und mit entsprechenden Fragenkatalogen.

Buchbesprechung – Agnes Kaiser Rekkas: Der Bär fängt wieder Lachse
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