Buchbesprechung – Marion, Carson: The Visual Squash

Ein weiteres Buch aus der Reihe „NLP Mastery“. Während viele NLP-Bücher verschiedene Vorgehensweisen (Muster, „Pattern“) mehr oder weniger kurz beschreiben, sind die Bücher dieser Reihe jeweils einer einzigen Vorgehensweise gewidmet. Diese wird dann dementsprechend so tiefgehend und ausführlich beschrieben, wie man es sonst kaum findet.

Hier geht es um den „Visuellen Squash“, der zum Ziel hat, einen Konflikt zwischen gegensätzlichen Seiten aufzulösen. Sehr viele Probleme kann man als einen solchen Konflikt zwischen verschiedenen Anteilen auffassen. Entsprechend vielseitig einsetzbar ist der Squash.

Nach einem kurzen Überblick über den gesamten Ablauf werden die einzelnen Schritte dieser Vorgehensweise ausführlich besprochen. Der Squash arbeitet mit den beiden Armen und Händen des Klienten. Ein ganzes Kapitel beschreibt dabei verschiedene Wege, wie dort Katalepsie erreicht werden kann. Ebenso ausführlich wird beschrieben, wie der Klient angeleitet werden kann, jeweils Symbole für die verschiedenen Seiten zu finden. Wenn es dann beim „Chunking Up“ darum geht, eine übergeordnete gemeinsame gute Absicht der beiden Seiten zu finden, werden entsprechende Sprachmuster detailliert erläutert. Zuletzt geht es, wiederum sehr ausführlich, um verschiedene Ebenen der Reintegration: Integration der beiden Anteile, Finden eines neuen Symbols für diese Integration und schließlich Integration des Ergebnisses in die Gesamtperson, bis hin zum Testen des Ergebnisses.

Schließlich werden Varianten des Squash erläutert: die Vorgehensweise in tiefer Trance / Hypnose, die inhaltsfreie Variante, bei der der Therapeut nicht zu erfahren braucht, womit sich der Klient inhaltlich beschäftigt und eine Konversationsvariante, bei der diese Vorgehensweise im Gespräch angewendet wird, evtl. ohne ein ausdrückliches Coaching- oder Therapie-Setting.

Wieso ist dieses Buch für Hypnotherapeuten interessant?

Hypnotherapeuten haben wahrscheinlich schon oben beim Stichwort „Katalepsie“ aufgehorcht. Dies zeigt schon, dass es sich um eine Vorgehensweise handelt, die – mit oder oder ohne formale Einleitung – stark auf Trancephänomenen basiert. Hypnotherapeuten werden sich speziell in dem Kapitel über die Anwendung des Squash in tiefer Trance wiederfinden, das auch auf kleine aber feine Unterschiede in diesem Setting eingeht. Hier wird nicht nur mit kataleptischen Armen und Händen gearbeitet, sondern der Prozessablauf wird mit ideomotorische Bewegungen gekoppelt. Dabei wird naturgemäss weniger Gewicht auf Nachdenken und sprachliches Formulieren beim Klienten gelegt, sondern hypnosetypisch dem Unterbewusstsein Vertrauen entgegen gebracht, das jeweilige Problem in diesem Prozess zu lösen, auch wenn die Einzelheiten evtl. gar nicht bewusst werden. Dabei ist es für Klienten immer wieder sehr überzeugend, dass sich in ihrem Inneren etwas tut, wenn sich die Hände ideomotorisch „wie von selbst“ bewegen.

Buchbesprechung – Marion, Carson: The Visual Squash
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