Noise Cancelling (Geräuschunterdrückung) im Gehirn

Ich kann mir gut vorstellen, dass mein Hypnose-Ansatz bei Misophonie aufgrund der im unten angegebenen Artikel beschriebene Fähigkeit des Gehirns zur Geräuschunterdrückung funktioniert. Das Gehirn ist in der Lage, bestimmte Geräusche vorwegzunehmen, aus der Wahrnehmung auszublenden und die Reaktion auf diese Geräusche zu unterdrücken. Dieses Gehirn-eigene Noise-Cancelling ist dabei offenbar flexibel und lernfähig. In den beschriebenen Versuchen konnte das für Mäuse gezeigt werden, aber ich denke mal, wenn ein Mäuse-Gehirn das kann, dann kann unseres das erst recht.

Im September 2018 veröffentlichten Forscher von der Duke University (Durham, North Carolina, USA) ihre diesbezüglichen Forschungsergebnisse. Sie experimentierten mit einer akustischen virtuellen Realität, indem sie Mäusen ein bestimmtes Geräusch immer dann vorspielten, wenn diese liefen. Die Mäuse gewöhnten sich daran, bei jedem Schritt dieses Geräusch zu erwarten. Die Forscher konnten dann die Signale im Gehirn der Mäuse identifizieren, die vom Bewegungszentrum ausgehend dafür sorgten, dass genau diese erwarteten Geräusche ausgeblendet werden. Dadurch wird die Maus in die Lage versetzt, auf die anderen Geräusche zu achten, die nicht von ihr selbst verursacht werden und die somit für sie auch viel wichtiger sind.
Man kann davon ausgehen, dass diese Fähigkeit zum Ausblenden von Geräuschen nicht nur bei Mäusen sondern bei vielen anderen Tieren bis hin zum Menschen vorhanden ist.

Die Verwendung der „akustischen virtuellen Realität“ mit einem neuen künstlichen Schrittgeräusch zeigt, dass es sich nicht nur um ein „hart verdrahtetes“ Ausblenden der üblichen Schrittgeräusche handelt. Es heisst, man konnte quasi dabei zusehen, wie das Gehirn sich darauf einstellt, auch die neuen künstlichen Schrittgeräusche auszublenden.

Es gibt also im Gehirn einen dynamischen Filter für Sinneseindrücke, der lernen kann, selektiv die Wahrnehmung bestimmter Geräusche zu unterdrücken.

In den beschriebenen Experimenten geht es um die Funktion, Geräusche auszublenden, die von eigenen Bewegungen herrühren.

Gerade aufgrund meiner Erfahrungen mit entsprechender Hypnose gehe ich davon aus, dass dieser Filter auch darauf programmiert werden kann, misophonische Trigger und die Reaktion darauf auszublenden.

Literatur

Noise Cancelling (Geräuschunterdrückung) im Gehirn
Markiert in: